AMS

AMS — Deppenkurs

Juli 2009 https://sonofsons.wordpress.com/tag/deppenkurs/

Son of Sons

Realität Träume und die traurige Wirklichkeit

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Falsches Spiel

with one comment

Vor nicht allzu langer Zeit traf ein Kommentar zu einer meiner Blog Einträge ein der mich zum Nachdenken bewog. Der Autor, Martin Mair, wies darin darauf hin, das arbeitslose Menschen sich organisieren müssen, wenn sie im Kampf mit dem AMS erfolgreich sein wollen. Alleine, so meint der Autor weiter, würden arbeitslose Menschen nicht weit kommen. Im gemeinsamen Kampf, der Organisation, der Vernetzung, dem Informationsaustausch, liege der Schlüssel zur Verbesserung der Situation arbeitsloser Menschen. Das kann nur klappen wenn arbeitslose Menschen, die Arbeitsloseninitiativen und Vereine, sowie auch die Einzelkämpfer sich solidarisieren. Warum es bisher nicht klappte sich zu einem starken Widerstand zu formieren, sei darauf zurückzuführen, das arbeitslose Menschen Unfähig oder Unwillig wären sich zu organisieren, um gemeinsam zu kämpfen. Warum ein effektiver Widerstand sich bisher nicht bilden konnte, möchte ich im folgenden genauer ausführen. Denn das Problem, lieber Leser, ist ein sehr Vielschichtiges, wie du noch sehen wirst.

 Die aktive Arbeitsmarktpolitik

Dem Arbeitsmarktservice stehen viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung um arbeitslose Menschen aus der Statistik zu drängen. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet unter anderem so genannte Schulungen, die landläufig als Bewerbungskurse bekannt sind, Sozialökonomische Betriebe, Gemeinnütziges Personalleasing und zunehmend auch Arbeitstraining. In den meisten Fällen besuchen arbeitslose Menschen diese Maßnahmen nicht freiwillig. Sie werden, unter Ausübung von Druck, durch ihre AMS Betreuer solchen Maßnahmen zugeführt.

Das zahlreiche Maßnahmen unter dem Sammelbegriff „Schulung” zusammengefaßt sind hat einen Grund. Der Begriff Schulung impliziert, dass den Teilnehmern darin Wissen vermittelt wird, das ihnen fehlt. Der Begriff Schulung, oder Fortbildung, ist positiv behaftet. Dank dieser positiven Konnotation, erfreuen sich Schulungen sowohl in der Politik, wie auch in allen Schichten der Bevölkerung, großer Beliebtheit. Daher regt sich kaum jemand über die hohe Zahl der Zuweisung zu Schulungen, und der damit einhergehenden massiven Verschwendung von Steuergeldern, wenn in einer Zeitung über Schulungen für arbeitslose Menschen berichtet wird.

Der eigentliche Zweck solcher Kurse und Schulungen sollte es sein, den Teilnehmer dabei zu unterstützen, den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Auf diese Weise wird der Sinn solcher Maßnahmen auch der Öffentlichkeit vermittelt. Es wird als Förderung dargestellt die ausschließlich der Hilfe arbeitsloser Menschen dient. Eine Hilfe von der sie massiv profitieren können, wenn sie aktiv daran arbeiten das Ziel, den Wiedereinstieg in eine geregelte Arbeit zu schaffen. 

Die Erfolge der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wird durch Studien ermittelt, und in Form der monatlichen Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. In der Öffentlichkeit soll so der Eindruck erweckt werden, das aktiv gegen Arbeitslosigkeit angekämpft wird, und dadurch die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen effektiv gesenkt werden kann. Die Statistiken sollen also den Anschein erwecken als gäbe es, gemessen an der Gesamtzahl arbeitsloser Menschen, einen hohen Prozentsatz der den Einstieg in die Arbeitswelt problemlos schafft.

Nur die Schulungsteilnehmer so wie Langzeitarbeitslosen bleiben zurück. Ihnen muß mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden, die Hemnisse auf dem Weg zu einer Arbeitsaufnahme zu überwinden. Durch dieses sehr subtile Mittel lässt sich der Druck auf arbeitslose Menschen gefahrlos steigern. Wer nicht aus eigener Kraft den Einstieg in eine geregelte Arbeit schafft, ist unfähig und darf keine Hilfe ablehnen, die zur Verfügung gestellt wird. Wer sich Untersteht doch eine Hilfsmaßnahme abzulehnen, wird in der Öffentlichkeit als renitenter Einzelfall hingestellt, der diszipliniert werden muß. Arbeitslosen Menschen soll der Aufenthalt in der Arbeitslosigkeit zu beschwerlich wie möglich gestaltet werden, damit sie jede Arbeit annehmen, auch wenn sie davon nicht Leben können.     

 

Aus dieser Faktenlage heraus ergibt sich nun für die von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen folgende Situation. Die Politik wälzt die Verantwortung der Arbeitslosigkeit auf die Arbeitslosen ab. Wer Arbeitslos ist, ist selbst Schuld, und kann froh sein, überhaupt Unterstützung zu erfahren. Das AMS kann sich auf die Gesetze berufen, und arbeitslose Menschen wahllos, mehrmals, gegen ihren Willen, in Maßnahmen abschieben. Wer sich dem Druck nicht beugen will, hat mit disziplinarischen Maßnahmen zu rechnen. Die Ablehnung einer Maßnahme kann zur Folge haben, dass der Bezug für einige Wochen gestrichen wird. Ein arbeitsloser Mensch wird sich also mehrmals überlegen, ob er sich gegen eine Zuweisung zur Wehr setzt, oder daran teilnimmt. Ihm ist es nicht möglich Vorauszusehen, welche Maßnahme zur Bestrafung führen, und welche gefahrlos abgelehnt werden können. 

Der arbeitslose wird also von der Gesellschaft isoliert, von arbeitenden Menschen als faul und Arbeitsunwillig bezeichnet, von der Politik als Versager dargestellt, und vom AMS unter Druck gesetzt. Wer ständig vorgehalten bekommt, er sei für sein Scheitern selbst Verantwortlich, wird sich über kurz oder lang zurückziehen. Er wird nicht die Gefahr eingehen, sich mit anderen zu formieren, und dabei zu riskieren die Bezüge, die er zum überleben dringend benötigt, zu verlieren.  Das ist der erste Grund warum sich bisher kein Wiederstand formieren konnte.

Armutsgefährdung, Krankheit, soziale Ausgrenzung

Das Gespenst, dessen Name Armut ist, geistert häufig auch durch die Köpfe arbeitsloser Menschen. Niemand möchte gerne arm sein, jeder möchte Geld haben, um sich Wünsche und Träume erfüllen zu können. Wer lange Zeit ohne Arbeit ist, läuft Gefahr in die Armut abzurutschen, und krank zu werden. Durch Arbeitslosigkeit werden Menschen in unserer Gesellschaft an den sozialen Randbereich gedrängt. Niemand will wahrhaben, selbst von Armut gefährdet zu sein, oder zur großen Zahl der Ausgestoßenen zu zählen, die niemand mehr haben will. Besonders bei langzeitarbeitslose Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt durch Mangel an Arbeitsplätzen keine Chance mehr haben, ist diese Verdrängung, das nicht wahrhaben wollen der eigenen Situation, häufig zu beobachten.

Sie sehen kaum mehr eine Chance, stehen unter starkem Druck, materiell wie auch psychisch sind sie vom AMS abhängig, und in der Gesellschaft werden sie nicht akzeptiert, nicht gewollt, sind ausgestoßen. Sie können aus Mangel an finanziellen Mitteln auch nur selten an Gesellschaftlichen Ereignissen teilhaben. Dadurch werden sie zunehmend durch Sachzwänge von der Umwelt isoliert, und sind mit ihren komplexen Problemlagen auf sich alleine gestellt. Es ist ein Kreislauf, der beinahe unweigerlich nach unten führt, hinein in die Armut und enormem, sozialem, Druck.   

Unter dieser Voraussetzung, der imminenten Gefahr in die Armut abzugleiten, wenn sich arbeitslose Menschen nicht in Maßnahmen zwingen lassen wollen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, Angst um finanzielle und materielle Sicherung zu haben, psychisch oder physisch zu erkranken, ist Widerstand beinahe ausgeschlossen. Der arbeitslose Mensch, wenn er erst psychologisch gebrochen ist, wird alles mit sich geschehen lassen, und setzt sich nicht mehr zur Wehr. Menschen die glauben, auf sich alleine gestellt zu sein, und immer gesagt bekommen sie seien selbst Schuld, kommen garnicht auf die Idee auf andere zuzugehen, die dieselben Probleme haben. Das ist der zweite Grund warum arbeitslose Menschen sich nicht Verbünden.

Kalkül und Entsolidarisierung

Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die betroffenen ein Problem, sondern auch immer eines für arbeitende Menschen. Gibt es eine hohe Anzahl arbeitsloser Menschen, geraten auch die arbeitenden unter zunehmenden Druck. Sie laufen Gefahr, bei einem Fehler oder weil sie zu lange im Krankenstand sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Es gibt schließlich in schweren Zeiten eine Vielzahl arbeitsloser Menschen, die beinahe alles tun würden, um eine Stelle zu bekommen. Dadurch wird der Arbeitnehmer zum willigen Spielball der Arbeitgeber. Wenn sie nicht freiwillig unbezahlte Überstunden leisten, nicht auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten, oder sich nicht alles gefallen lassen, könnten sie unter Umständen ihre Arbeit verlieren. Auf diese Art lassen sich Gehälter drücken und soziale Standards immer mehr  abbauen.

Von der Masse beinahe unbemerkt, wird von den Entscheidungsträgern, bestehend aus Politik und Wirtschaft, ein weiterer Schritt gesetzt um den Kampf zwischen den Klassen noch zu verschärfen. Es werden zunehmend mehr Arbeitsplätze auf dem so genannten zweiten Arbeitsmarkt geschaffen, in denen arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen ihre Arbeit für die Dauer weniger Monate verrichten müssen. Dabei handelt es sich nicht nur um Dienstleistungen, die ehemals auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt und gerecht bezahlt wurden, sondern auch um die Fertigung von Teilen für die Autoindustrie, und den Verkauf von Produkten wie Möbeln. So entsteht ein paraleller Arbeitsmarkt, wo keine oder nur sehr geringe Löhne für die Tätigkeiten bezahlt werden, die dort verrichtet werden. 

Die Profiteure sind nicht nur die Wirtschaft, die sich Lohnkosten sowie Stückkosten für die Erzeugung der Produkte ersparen, sondern auch die Unternehmen und Betriebe, die nur zu diesem Zweck gegründet wurden, nämlich Sozialökonomische Betriebe. Dadurch können die Löhne auf dem ersten Arbeitsmarkt gedrückt werden, Lohndumping, und der Druck auf die noch arbeitende Bevölkerung angehoben werden. Ihnen wird vor Augen geführt, dass das was sie machen, arbeitslose Menschen viel günstiger können. Ein perfides Spiel, hinter dem Kalkül steckt, das durch die Politik gefördert wird.    

Unter arbeitenden Menschen gilt vielfach auch, das arbeitslose Menschen faul sind, das sie sich nicht genug Mühe geben um eine Arbeit zu finden. Diese falsche Doktrin wird von Arbeitgebern, von Politikern und anderen Profiteuren ausgegeben, und von der Bevölkerung schon seit Jahrhunderten als gültig angenommen. Daher entsteht eine weitere Sollbruchstelle zwischen Arbeitern und Arbeitslosen, denn beide Gruppen stehen in einer fremdgesteuerten Konkurrenzsituation. Sie werden sich deshalb auch nicht solidarisieren, da sie gegeneinander ausgespielt werden, und durch das Einhacken der einen auf die andere Gruppe, nur Mißgunst entsteht. Da es keine Einigkeit gibt, gibt es auch keinen Dialog, der es ermöglichen würde dieses falsche Spiel zu durschauen, und zu beenden.

Arbeitslose sind für arbeitende Menschen ein künstlich geschaffenes Feindbild. Wenn jemand Gefahr läuft, seine Stelle zu verlieren, so nimmt er arbeitslose Menschen in ihrer Gesamtheit als Konkurrenten wahr. Die Konkurrenz muß bekämpft, und kann ohne Gefahr, gedeckt durch gesellschaftliche Akzeptanz, diffamiert werden. Die Mittel, die von der Politik und vom AMS dazu eingesetzt werden dieses Feindbild zu erhalten, der Öffentlichkeit aber als Hilfe und Unterstützung dargestellt werden, sind im besonderen bei den arbeitenden Menschen, wie auch dem Rest der Bevölkerung, akzeptiert.

So wird auch jede Verschärfung der Situation arbeitsloser Menschen von allen Willkommen geheißen, die noch einer Arbeit nachgehen, wie auch allen Bevölkerungsschichten die nicht direkt von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Auf dieser Basis findet eine Entsolidarisierung zwischen arbeitdenen wie auch arbeitslosen Menschen statt. Ein Dialog wird nicht stattfinden, da arbeitslose Menschen diskreditiert, gebrandmarkt und zum Teil isoliert werden. Unter den arbeitslosen Menschen herrscht ebenfalls keine Solidarität, es gibt keine große Gruppe, die miteinander kämpfen könnte. Durch den Druck der auf sie ausgeübt wird, und die bisher geschilderten begünstigten Faktoren, ergibt sich daraus das dritte und letzte Problem, das einer Solidarisierung arbeitsloser Menschen im Wege steht, um gemeinsam Kämpfen zu können.

Wie du siehst, lieber Leser, ist es also weniger die Unwilligkeit oder Unfähigkeit, die endlich dazu führt sich zu Vereinigen, um einen gemeinsamen Kampf zu führen. Es sind vielmehr historisch bedingte Vorurteile, kalkulierte Isolation, sozialer Druck und die Angst, das zum überleben notwendige Geld zu verlieren. Könnten die oben angeführten Probleme, die dem im Wege stehen, aus der Welt geschafft werden, würde vieles das heute grauenvolle Realität ist, bald der Vergangenheit angehören. Es ist nichts weiter als ein perfides Spiel, in dem es nur wenige Gewinner gibt, die ungestört weiter spielen können, da sie nicht befürchten müssen ausgeschaltet zu werden. Solange kein Umdenken stattfindet, solange sich nicht allgemein durchsetzt, was hinter diesem Spiel steht und wer die Strippen zieht, wer die Profiteure sind, und das nicht nur arbeitslose sondern auch arbeitende Menschen vom gemeinsamen Kampf profitieren, wird es genauso weitergehen und noch schlimmer werden, für beide Gruppen. 

Realität Träume und die traurige Wirklichkeit

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Falsches Spiel

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Vor nicht allzu langer Zeit traf ein Kommentar zu einer meiner Blog Einträge ein der mich zum Nachdenken bewog. Der Autor, Martin Mair, wies darin darauf hin, das arbeitslose Menschen sich organisieren müssen, wenn sie im Kampf mit dem AMS erfolgreich sein wollen. Alleine, so meint der Autor weiter, würden arbeitslose Menschen nicht weit kommen. Im gemeinsamen Kampf, der Organisation, der Vernetzung, dem Informationsaustausch, liege der Schlüssel zur Verbesserung der Situation arbeitsloser Menschen. Das kann nur klappen wenn arbeitslose Menschen, die Arbeitsloseninitiativen und Vereine, sowie auch die Einzelkämpfer sich solidarisieren. Warum es bisher nicht klappte sich zu einem starken Widerstand zu formieren, sei darauf zurückzuführen, das arbeitslose Menschen Unfähig oder Unwillig wären sich zu organisieren, um gemeinsam zu kämpfen. Warum ein effektiver Widerstand sich bisher nicht bilden konnte, möchte ich im folgenden genauer ausführen. Denn das Problem, lieber Leser, ist ein sehr Vielschichtiges, wie du noch sehen wirst.

 Die aktive Arbeitsmarktpolitik

Dem Arbeitsmarktservice stehen viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung um arbeitslose Menschen aus der Statistik zu drängen. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet unter anderem so genannte Schulungen, die landläufig als Bewerbungskurse bekannt sind, Sozialökonomische Betriebe, Gemeinnütziges Personalleasing und zunehmend auch Arbeitstraining. In den meisten Fällen besuchen arbeitslose Menschen diese Maßnahmen nicht freiwillig. Sie werden, unter Ausübung von Druck, durch ihre AMS Betreuer solchen Maßnahmen zugeführt.

Das zahlreiche Maßnahmen unter dem Sammelbegriff „Schulung” zusammengefaßt sind hat einen Grund. Der Begriff Schulung impliziert, dass den Teilnehmern darin Wissen vermittelt wird, das ihnen fehlt. Der Begriff Schulung, oder Fortbildung, ist positiv behaftet. Dank dieser positiven Konnotation, erfreuen sich Schulungen sowohl in der Politik, wie auch in allen Schichten der Bevölkerung, großer Beliebtheit. Daher regt sich kaum jemand über die hohe Zahl der Zuweisung zu Schulungen, und der damit einhergehenden massiven Verschwendung von Steuergeldern, wenn in einer Zeitung über Schulungen für arbeitslose Menschen berichtet wird.

Der eigentliche Zweck solcher Kurse und Schulungen sollte es sein, den Teilnehmer dabei zu unterstützen, den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Auf diese Weise wird der Sinn solcher Maßnahmen auch der Öffentlichkeit vermittelt. Es wird als Förderung dargestellt die ausschließlich der Hilfe arbeitsloser Menschen dient. Eine Hilfe von der sie massiv profitieren können, wenn sie aktiv daran arbeiten das Ziel, den Wiedereinstieg in eine geregelte Arbeit zu schaffen. 

Die Erfolge der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wird durch Studien ermittelt, und in Form der monatlichen Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. In der Öffentlichkeit soll so der Eindruck erweckt werden, das aktiv gegen Arbeitslosigkeit angekämpft wird, und dadurch die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen effektiv gesenkt werden kann. Die Statistiken sollen also den Anschein erwecken als gäbe es, gemessen an der Gesamtzahl arbeitsloser Menschen, einen hohen Prozentsatz der den Einstieg in die Arbeitswelt problemlos schafft.

Nur die Schulungsteilnehmer so wie Langzeitarbeitslosen bleiben zurück. Ihnen muß mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden, die Hemnisse auf dem Weg zu einer Arbeitsaufnahme zu überwinden. Durch dieses sehr subtile Mittel lässt sich der Druck auf arbeitslose Menschen gefahrlos steigern. Wer nicht aus eigener Kraft den Einstieg in eine geregelte Arbeit schafft, ist unfähig und darf keine Hilfe ablehnen, die zur Verfügung gestellt wird. Wer sich Untersteht doch eine Hilfsmaßnahme abzulehnen, wird in der Öffentlichkeit als renitenter Einzelfall hingestellt, der diszipliniert werden muß. Arbeitslosen Menschen soll der Aufenthalt in der Arbeitslosigkeit zu beschwerlich wie möglich gestaltet werden, damit sie jede Arbeit annehmen, auch wenn sie davon nicht Leben können.      

Aus dieser Faktenlage heraus ergibt sich nun für die von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen folgende Situation. Die Politik wälzt die Verantwortung der Arbeitslosigkeit auf die Arbeitslosen ab. Wer Arbeitslos ist, ist selbst Schuld, und kann froh sein, überhaupt Unterstützung zu erfahren. Das AMS kann sich auf die Gesetze berufen, und arbeitslose Menschen wahllos, mehrmals, gegen ihren Willen, in Maßnahmen abschieben. Wer sich dem Druck nicht beugen will, hat mit disziplinarischen Maßnahmen zu rechnen. Die Ablehnung einer Maßnahme kann zur Folge haben, dass der Bezug für einige Wochen gestrichen wird. Ein arbeitsloser Mensch wird sich also mehrmals überlegen, ob er sich gegen eine Zuweisung zur Wehr setzt, oder daran teilnimmt. Ihm ist es nicht möglich Vorauszusehen, welche Maßnahme zur Bestrafung führen, und welche gefahrlos abgelehnt werden können. 

Der arbeitslose wird also von der Gesellschaft isoliert, von arbeitenden Menschen als faul und Arbeitsunwillig bezeichnet, von der Politik als Versager dargestellt, und vom AMS unter Druck gesetzt. Wer ständig vorgehalten bekommt, er sei für sein Scheitern selbst Verantwortlich, wird sich über kurz oder lang zurückziehen. Er wird nicht die Gefahr eingehen, sich mit anderen zu formieren, und dabei zu riskieren die Bezüge, die er zum überleben dringend benötigt, zu verlieren.  Das ist der erste Grund warum sich bisher kein Wiederstand formieren konnte.

Armutsgefährdung, Krankheit, soziale Ausgrenzung

Das Gespenst, dessen Name Armut ist, geistert häufig auch durch die Köpfe arbeitsloser Menschen. Niemand möchte gerne arm sein, jeder möchte Geld haben, um sich Wünsche und Träume erfüllen zu können. Wer lange Zeit ohne Arbeit ist, läuft Gefahr in die Armut abzurutschen, und krank zu werden. Durch Arbeitslosigkeit werden Menschen in unserer Gesellschaft an den sozialen Randbereich gedrängt. Niemand will wahrhaben, selbst von Armut gefährdet zu sein, oder zur großen Zahl der Ausgestoßenen zu zählen, die niemand mehr haben will. Besonders bei langzeitarbeitslose Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt durch Mangel an Arbeitsplätzen keine Chance mehr haben, ist diese Verdrängung, das nicht wahrhaben wollen der eigenen Situation, häufig zu beobachten.

Sie sehen kaum mehr eine Chance, stehen unter starkem Druck, materiell wie auch psychisch sind sie vom AMS abhängig, und in der Gesellschaft werden sie nicht akzeptiert, nicht gewollt, sind ausgestoßen. Sie können aus Mangel an finanziellen Mitteln auch nur selten an Gesellschaftlichen Ereignissen teilhaben. Dadurch werden sie zunehmend durch Sachzwänge von der Umwelt isoliert, und sind mit ihren komplexen Problemlagen auf sich alleine gestellt. Es ist ein Kreislauf, der beinahe unweigerlich nach unten führt, hinein in die Armut und enormem, sozialem, Druck.   

Unter dieser Voraussetzung, der imminenten Gefahr in die Armut abzugleiten, wenn sich arbeitslose Menschen nicht in Maßnahmen zwingen lassen wollen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, Angst um finanzielle und materielle Sicherung zu haben, psychisch oder physisch zu erkranken, ist Widerstand beinahe ausgeschlossen. Der arbeitslose Mensch, wenn er erst psychologisch gebrochen ist, wird alles mit sich geschehen lassen, und setzt sich nicht mehr zur Wehr. Menschen die glauben, auf sich alleine gestellt zu sein, und immer gesagt bekommen sie seien selbst Schuld, kommen garnicht auf die Idee auf andere zuzugehen, die dieselben Probleme haben. Das ist der zweite Grund warum arbeitslose Menschen sich nicht Verbünden.

Kalkül und Entsolidarisierung

Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die betroffenen ein Problem, sondern auch immer eines für arbeitende Menschen. Gibt es eine hohe Anzahl arbeitsloser Menschen, geraten auch die arbeitenden unter zunehmenden Druck. Sie laufen Gefahr, bei einem Fehler oder weil sie zu lange im Krankenstand sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Es gibt schließlich in schweren Zeiten eine Vielzahl arbeitsloser Menschen, die beinahe alles tun würden, um eine Stelle zu bekommen. Dadurch wird der Arbeitnehmer zum willigen Spielball der Arbeitgeber. Wenn sie nicht freiwillig unbezahlte Überstunden leisten, nicht auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten, oder sich nicht alles gefallen lassen, könnten sie unter Umständen ihre Arbeit verlieren. Auf diese Art lassen sich Gehälter drücken und soziale Standards immer mehr  abbauen.

Von der Masse beinahe unbemerkt, wird von den Entscheidungsträgern, bestehend aus Politik und Wirtschaft, ein weiterer Schritt gesetzt um den Kampf zwischen den Klassen noch zu verschärfen. Es werden zunehmend mehr Arbeitsplätze auf dem so genannten zweiten Arbeitsmarkt geschaffen, in denen arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen ihre Arbeit für die Dauer weniger Monate verrichten müssen. Dabei handelt es sich nicht nur um Dienstleistungen, die ehemals auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt und gerecht bezahlt wurden, sondern auch um die Fertigung von Teilen für die Autoindustrie, und den Verkauf von Produkten wie Möbeln. So entsteht ein paraleller Arbeitsmarkt, wo keine oder nur sehr geringe Löhne für die Tätigkeiten bezahlt werden, die dort verrichtet werden. 

Die Profiteure sind nicht nur die Wirtschaft, die sich Lohnkosten sowie Stückkosten für die Erzeugung der Produkte ersparen, sondern auch die Unternehmen und Betriebe, die nur zu diesem Zweck gegründet wurden, nämlich Sozialökonomische Betriebe. Dadurch können die Löhne auf dem ersten Arbeitsmarkt gedrückt werden, Lohndumping, und der Druck auf die noch arbeitende Bevölkerung angehoben werden. Ihnen wird vor Augen geführt, dass das was sie machen, arbeitslose Menschen viel günstiger können. Ein perfides Spiel, hinter dem Kalkül steckt, das durch die Politik gefördert wird.    

Unter arbeitenden Menschen gilt vielfach auch, das arbeitslose Menschen faul sind, das sie sich nicht genug Mühe geben um eine Arbeit zu finden. Diese falsche Doktrin wird von Arbeitgebern, von Politikern und anderen Profiteuren ausgegeben, und von der Bevölkerung schon seit Jahrhunderten als gültig angenommen. Daher entsteht eine weitere Sollbruchstelle zwischen Arbeitern und Arbeitslosen, denn beide Gruppen stehen in einer fremdgesteuerten Konkurrenzsituation. Sie werden sich deshalb auch nicht solidarisieren, da sie gegeneinander ausgespielt werden, und durch das Einhacken der einen auf die andere Gruppe, nur Mißgunst entsteht. Da es keine Einigkeit gibt, gibt es auch keinen Dialog, der es ermöglichen würde dieses falsche Spiel zu durschauen, und zu beenden.

Arbeitslose sind für arbeitende Menschen ein künstlich geschaffenes Feindbild. Wenn jemand Gefahr läuft, seine Stelle zu verlieren, so nimmt er arbeitslose Menschen in ihrer Gesamtheit als Konkurrenten wahr. Die Konkurrenz muß bekämpft, und kann ohne Gefahr, gedeckt durch gesellschaftliche Akzeptanz, diffamiert werden. Die Mittel, die von der Politik und vom AMS dazu eingesetzt werden dieses Feindbild zu erhalten, der Öffentlichkeit aber als Hilfe und Unterstützung dargestellt werden, sind im besonderen bei den arbeitenden Menschen, wie auch dem Rest der Bevölkerung, akzeptiert.

So wird auch jede Verschärfung der Situation arbeitsloser Menschen von allen Willkommen geheißen, die noch einer Arbeit nachgehen, wie auch allen Bevölkerungsschichten die nicht direkt von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Auf dieser Basis findet eine Entsolidarisierung zwischen arbeitdenen wie auch arbeitslosen Menschen statt. Ein Dialog wird nicht stattfinden, da arbeitslose Menschen diskreditiert, gebrandmarkt und zum Teil isoliert werden. Unter den arbeitslosen Menschen herrscht ebenfalls keine Solidarität, es gibt keine große Gruppe, die miteinander kämpfen könnte. Durch den Druck der auf sie ausgeübt wird, und die bisher geschilderten begünstigten Faktoren, ergibt sich daraus das dritte und letzte Problem, das einer Solidarisierung arbeitsloser Menschen im Wege steht, um gemeinsam Kämpfen zu können.

Wie du siehst, lieber Leser, ist es also weniger die Unwilligkeit oder Unfähigkeit, die endlich dazu führt sich zu Vereinigen, um einen gemeinsamen Kampf zu führen. Es sind vielmehr historisch bedingte Vorurteile, kalkulierte Isolation, sozialer Druck und die Angst, das zum überleben notwendige Geld zu verlieren. Könnten die oben angeführten Probleme, die dem im Wege stehen, aus der Welt geschafft werden, würde vieles das heute grauenvolle Realität ist, bald der Vergangenheit angehören. Es ist nichts weiter als ein perfides Spiel, in dem es nur wenige Gewinner gibt, die ungestört weiter spielen können, da sie nicht befürchten müssen ausgeschaltet zu werden. Solange kein Umdenken stattfindet, solange sich nicht allgemein durchsetzt, was hinter diesem Spiel steht und wer die Strippen zieht, wer die Profiteure sind, und das nicht nur arbeitslose sondern auch arbeitende Menschen vom gemeinsamen Kampf profitieren, wird es genauso weitergehen und noch schlimmer werden, für beide Gruppen. 

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Written by sonofsons

27. Juli 2009 at 9:54 am

Veröffentlicht in Arbeitslosigkeit

Tagged with AMS, arbeitslose Menschen, Arbeitslosigkeit, arm, Armut, Betrug, Deppenkurs, Entsolidarisierung, falsches Spiel, gemeinsames Vorgehen, Gesellschaft, Isolation, Kalkül, Kampf, Krankheit, Kritik, Langzeitarbeitslos, Manipulation, Politiker, politisches Kalkül, psychisch krank, scheitern, Solidarität, Statistik, Steuergeldverschwendung, Verschwendung

BFI – Psychospielchen in Deppenkursen

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Vor etwas mehr als 3 Jahren, mußte ich im BFI einen Kurs besuchen, der sich damals Jobsuche intensiv nannte. Die Namen der Kurse ändern sich oft, die Menschen, die dort als Trainer arbeiten, bleiben meist die selben. Auch die Module die angeboten werden, um sich die Zeit sinnvoll zu vertreiben, bleiben über Jahre die selben. In diesem Kurs fand sich jedoch endlich einmal ein neues Modul, in dem es um Kommunikation ging, mit einem neuen Trainer.

Ich sehe es noch vor mir, es war im Juni, schon ungewöhnlich warm, die Jalousinen waren heruntergelassen, und ich saß mit dem Rücken zum Fenster. Das Modul war gut besucht, und einige waren in Gespräche vertieft, bevor es dann endlich losging. Die Tür öffnete sich, der Trainer trat ein, und hielt Maßbänder in den Händen. Diese teilte er an uns aus, und meinte, wir sollten sie vorerst noch nicht nehmen. Er werde uns erklären, was es damit auf sich habe, wenn die Zeit dazu gekommen sei.

Er begann damit, uns von Faktoren zu erzählen, die unser Leben positiv oder negativ beeinflussen. Rauchen, sei schädlich, meinte er, und fuhr fort damit, uns zu erläutern, wieviele Stunden, Tage, und Wochen unser Lebens eine einzige Zigarette kosten würde. Verlören wir einen geliebten Menschen, belaste uns das stark, und koste uns einige Tage unseres Lebens. Weitere Dinge wurden genannt, die sich auf unsere Lebenserwartungen nicht nur negativ, sondern auch positiv Auswirken können.

Der Trainer ging dazu über, uns von einer LCU-Tabelle zu berichten, auf der wir nachlesen könnten, welche Faktoren besonders negative, aber auch positive Effekte, auf unser Leben hätten. LCU, so wurde uns erklärt, stünde für Life Change Units. Mit dieser knappen Erläuterung ließ er es dann auch bewenden, um zu einer kurzen Pause aufzurufen, die wir eigentlich garnicht benötigten. Nach dieser, etwa 10 minütigen, Pause ging es zurück in den ersten Stock, in den kleinen Lehrsaal.

Dort teilte uns der Trainer kleine Motivationskärtchen aus. Er meinte, wir haben genug Probleme, da wir ja arbeitslos wären. Da kann es helfen, sich einfach die Karte anzusehen, und sich über die kleinen Smilies und motivierenden Sprüche zu freuen. „Beginne den Tag mit einem Lächeln” und „Du wirst heute Erfolg haben, in allem, was du dir vornimmst” standen darauf. Wir bekamen sogar Tipps, wo wir das Kärtchen am besten unterbringen könnten, damit wir, selbst wenn wir es nicht bewußt wahrnehmen, immer einen Blick darauf werfen. Wir sollten sie in der Brieftasche, in einem Fach unterbringen, das wir sofort sehen, sobald wir sie öffnen.

Dann, endlich, kam er auf das Metermaß zu sprechen, welches er uns gegeben hatte. Wie wir bereits von ihm erfuhren, gibt es Faktoren, die sich auf unsere Lebenenserwartung auswirken. Es gäbe laut der LCU-Tabelle eine Punkteskala, 2 Punkte, 3 Punkte und 5 Punkte. Je nach Schwere der Ereignisse, die in unserem Leben passieren, werden Punkte abgezogen. Wir sollten nun das Metermaß in die Hand nehmen, es bestand aus 100 cm, und er laß einige Dinge vor. Tod eines nahen Angehörigen, 50 Punkte, Rauchen 40 Punkte, Eine schwere Krankheit 30 Punkte, und noch einiges mehr. Als er fertig war, gab er uns die Anweisung, die Zahl zu addieren, und unser Alter, sowie die Summe die noch auf dem Metermaß übrig geblieben ist, abzuziehen. Aus dem Ergebnis könnten wir nun erkennen, ob wir ein hohes, moderates oder kleines Risiko hätten, in unserem Leben schwer zu erkranken. Auch die Anzahl der Jahre, die wir noch zu Leben hätten, ergibt sich aus der Summe.  

Bevor wir die Ergebnisse nannten, ließ der Trainer noch einen Blick durch unsere Gruppe schweifen, und meinte zu uns: „Einige von ihnen sind ja noch relativ Jung, daher erwarte ich nicht, das sie sehr viel abgerissen haben. Dem entsprechend steht ihnen sicher noch ein langes, erfülltes, Leben bevor.” Wir lasen dann, auf geheiß des Trainers vor, wie lange wir noch zu Leben hätten. Als die Reihe an mir war, kam ich auf das magere Ergebnis von 27 Jahren. Das konnte, oder wollte, er nicht glauben, und fragte mich, ob ich mich nicht verrechnet hätte. Ich mußte dies verneinen, und er, kümmerte sich nicht weiter darum. Die letzten vier Teilnehmer teilten ihre Ergebnisse mit, und wir wurden für den Tag entlassen, da es schon 2 Uhr, und damit offizielles Kursende war.

Bisher kannte ich solche Psychotests nur aus Billigheften aus dem Supermarkt. In diesem Kurs wurde ich das erstemal intensiv damit konfrontiert, und wußte genau, warum ich von solchen Dingen nichts halte. Hier kam, neben diesem pseudo-Test mit dem Metermaß noch etwas anderes hinzu, echte Psychologie. Denn genau daraus entstammt der Begriff LCU, oder ausgeschrieben, Life Change Unit. In Kursen wie diesen, werden die Teilnehmer entweder direkt, oder viel öfter noch, verdeckt, mit Psychologie konfrontiert. Mit Psychologischen Mitteln wird versucht, die Teilnehmer zu beeinflussen, ohne das diese es merken.

Warscheinlich wirst du, lieber Leser, wenn du schon in einem entsprechenden Kurs warst, dazu aufgerufen worden sein, etwas zu zeichnen. Als einfachstes Beispiel, das am häufigsten vorkommt, solltest du vermutlich die Hochs und Tiefs aus deinem Lebenslauf auf einem Flipchart, oder an einer Tafel, aufzeichnen. Dazu darf aber nicht die Hand genommen werden, mit der ein Mensch sonst schreibt, sondern die Entgegengesetzte. Da wirkt dann das Unterbewußtsein, so die Erklärung, und das Bild könnte nicht verfälscht werden.

Warscheinlich kennst du, lieber Leser, auch das Beispiel, wo du einen Baum zeichnen mußt. Jenachdem, wie du ihn zeichnest, zum Beispiel frei schwebend, oder tief verwurzelt, gibt es Anhaltspunkte darauf, wie du tickst. Auch das Zeichnen von Tieren, enstammt der Psychologie, sowie etliche weitere Methoden, mit denen Teilnehmer von den Trainern analysiert werden. Kärtchen zu ziehen, auf denen ein Tier steht, mit denen man sich identifizieren muß, deren Stärken in einem kurzen Satz der Gruppe präsentiert werden, gehört ebenfalls zu diesen Psycho-Spielchen. 

Wer nicht darauf vorbereitet ist, wer um die Herkunft nicht weiß, macht unbedarft mit, und gibt dabei sehr viel von sich preis. Es obliegt dann den Trainern, wie sie mit den ganzen Informationen, Notizen die sie gemacht haben, und Analysen die erstellt wurden, weiter verfahren. Es liegt auch an den Trainern, welche Methoden sie einsetzen, im Kontakt mit den Kursteilnehmern. Psychologie ist ein Werkzeug, mit denen Menschen manipuliert werden können, NLP, oder ausgeschrieben Neuro Linguistic Programming, ist so eine Methode.  

In den so genannten Deppenkursen werden diese, aus der Psychologie stammenden, Methoden natürlich auch entsprechend an die Teilnehmer verkauft. Es wird zum Beispiel behauptet, es sei wichtig das im Kurs zu machen, da ein Bewerber bei seinen Bewerbungsgesprächen auch damit konfrontiert werden könnte. Ein Bewerber könnte zum Beispiel zu einem Assessment-Center geschickt werden, und müßte da verschiedene Dinge machen, die im Kurs gezeigt würden. Je besser die Teilnehmer also darauf vorbereitet seien, desto höher stünden auch die Chancen, dann auch eine Anstellung zu bekommen.

Immer wieder ist in den Kursen auch die Rede davon, das die Teinehmer nicht alles negativ sehen sollten. In manchen Kursen ist es sogar verboten, etwas negatives zu sagen, alles muß positiv gesehen werden. Die Trainer vermitteln den Teilnehmern, das sie, wenn sie sich bemühen, alles erreichen können. Um diese Aussagen zu belegen, geben sich die Trainer selbst als bestes Beispiel aus, und erzählen von ihren bisherigen Erfolgen. Zum Beispiel hat ein Trainer einen Friseursalon, oder läuft Marathon für die gute Sache, hilft in vielen Vereinen, hat schon in hohen Positionen gearbeitet, obwohl die Voraussetzungen alles andere als gut waren. Man müße nur nach dem Glück greifen, man müße sich Mühe geben, damit alles klappt, so lautet die Devise. Die Ziele der Teilnehmer müssen nur intensiv genug verfolgt werden, dann bekommen sie auch wieder eine Arbeit, die ihnen Spaß macht.

Bei vielen arbeitslosen Menschen ist jedoch abzusehen, das sie sicher nicht zu einer Teilnahme eines Assessment-Center eingeladen werden, wo sie einen, oder einige Tage lang, getestet werden, noch einen super Job finden. Und auch die wenigsten Arbeitgeber, oder Personalverantwortlichen, werden auf die im Kurs genannten Mittel zurückgreifen, um die Bewerber zu analysieren. Es ist aus meiner Sicht also höchst fragwürdig, mit welchen, zum Teil äußerst fragwürden Methoden, da in Kursen gearbeitet wird. Arbeitslose Menschen sind, wenn sie in Kursen landen, ein gutes Studienobjekt. Deshalb kommen auch solche psychologischen Mittel zum Einsatz, von deren Existenz die Kursteilnehmer garnichts wissen.

Eigentlich, lieber Leser, müßte vor solchen Kursen gewarnt werden, in denen Trainer sich als Psychologen betätigen. Denn, solche lustigen Spielchen, wie sie in Kursen stattfinden, haben eine tiefere Bedeutung. Sie können unter Umständen auch Auswirkungen haben, die sich erst nach dem Kurs, spätestens beim AMS zeigen. Es finden ja laufend Rückmeldungen von den Trainern statt, und wenn ein Trainer meint, ein Teilnehmer habe psychologische Probleme, oder zeige Auffälligkeiten, hat das Konsequenzen. Ich kann dir also nur dazu raten, paß genau auf, was in den Kursen stattfindet, wie gesprochen wird, welche Worte verwendet werden. Denn nur dann, wenn du darauf vorbereitet bist, kannst du dich gegen solche Psychologischen und Psychotherapeutischen Tricks schützen!

Quelle https://sonofsons.wordpress.com/tag/deppenkurs/

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