Linux

Linux Mint – nicht nur für Nerds und Experten

Das Betriebssystem Linux führt seit jeher ein Schattendasein. Geht es nach dem deutschen Computerfachmagazin „c’t“ soll sich das nun ändern. Die Version Linux Mint ist Windows nachempfunden, was den Umstieg erleichtern soll. Mit Linux kann man etwa einem alten Rechner neues Leben einhauchen, der bei aktueller Windows- und Mac-Software nicht mehr mithalten kann.

Wer von Windows oder macOS zu Linux wechseln möchte oder das kostenlose Betriebssystem einfach einmal ausprobieren will, dem empfiehlt die „c’t“-Redaktion des Heise Verlags die Version Linux Mint. Damit soll der Umstieg selbst eingefleischten Windows-Anwendern problemlos gelingen. Linux Mint ist optisch einem Windowssystem nachempfunden, und die Installation sei einfach, sagt „c’t“-Redakteur Merlin Schumacher. Die Kenntnis zahlreicher Kommandozeilen, die man früher beim Umgang mit Linux fortwährend mit der Tastatur eingeben musste, sei heute nicht mehr erforderlich. Ein grafisches Installationsprogramm gehöre längst zum Standard, mit diesem sei es kein Problem mehr, Linux auf einem Rechner zu installieren, so Schumacher.

Kein Expertenwissen bei Installation notwendig

Die aktuelle Linux-Mint-Version 19.1 Tessa kann auf linuxmint.com heruntergeladen werden. Ähnlich wie bei Windows 10 benötige man zunächst ein Medienerstellungsprogramm, um ein Installationsmedium auf einem USB-Stick zu erstellen, so Schumacher. Bei Linux Mint könne man beispielsweise das Programm balenaEtcher verwenden, um einen bootfähigen USB-Stick zu erzeugen. Genaue Installationsanleitungen findet man auf der Webseite des Herstellers. Anschließend müsse man nur noch den USB-Stick an den Rechner anschließen und den Computer neu starten. Die Installation laufe dann in derselben Weise ab, wie man das auch von anderen Betriebssystemen kennt.

Der Desktop von Linux Mint sollte Windows-Anwendern vertraut vorkommen

Linux läuft auf Windows- und Apple-Computern

Linux lässt sich sowohl auf Windows Rechnern als auch auf den meisten Apple-Geräten installieren. Auf diese Weise könne man etwa einem älteren Macbook neues Leben einhauchen, wenn aktuelle Apple Software auf dem Computer nicht mehr laufen möchte. Wer Linux nur ausprobieren will, könne das Betriebssystem auch testen, ohne es auf dem Rechner zu installieren. Wenn man den Installations-USB-Stick mit dem Computer verbindet und das System startet, erhalte man die Option, ein so genanntes Live-System auszuführen, so Linux-Experte Schumacher. Unter dem Begriff Live-System oder Direktstartsystem versteht man in der Informatik ein Betriebssystem, das ohne Installation gestartet und ausgeführt werden kann. Linux Mint laufe dann zwar etwas langsamer, als wenn man mit einer installierten Version arbeitet, so Schumacher, die Einstellungen des Computers bleiben aber unverändert.

Für die meisten Programme gibt es Linux-Alternativen

Von manchen Programmen, die man von Windows oder Apple-Systemen gewohnt ist, müsse man sich bei einem Umstieg allerdings trennen, sagt Linux-Experte Schumacher. Beispielsweise laufen Microsofts Office oder der Adobe Photoshop unter Linux nicht so ohne weiteres. Für die meisten Programme gebe es aber Ersatzlösungen. MS-Office-Anwender können etwa zu Libre Office und Photoshop-Anwender zu der Bildbearbeitungssoftware Gimp greifen. Während Libre Office einen recht vollwertigen Ersatz für das Microsoft-Office darstellt, sei Gimp aber nur ein notdürftiger Behelf, dessen Funktionsumfang nicht an jenen von Photoshop heranreicht. Wer beruflich auf Programme wie Photoshop angewiesen sei, sollte daher eher bei dem gewohnten Betriebssystem bleiben, meint der „c’t“-Redakteur.

Spieleplattform Steam unterstützt Linux

Passionierte Computerspieler, die ihrem Hobby auch unter Linux nachgehen möchten, werden letztlich um eine Mitgliedschaft bei der Spieleplattform Steam nicht herumkommen, so Schumacher. Steam biete viele Spiele, die auch auf Linux problemlos laufen. Auch aktuelle Titel können in der Regel über die Plattform bezogen werden. Sollte ein Spiel nicht unterstützt werden, bietet Steam die Software Proton an. Proton ist ein Kompatibilitätsprogramm, womit auch Spiele zum Laufen gebracht werden können, die eigentlich nur für Windows programmiert wurden.

Linux kennt alle gängigen Dateiformate

Mit gängigen Dateiformaten wie DOC, WAV oder JPG sollte man unter Linux keine Probleme haben. Auch die Einrichtung der Hardware sollte nach einer Linux-Installation zu schaffen sein, meint der Experte. Drucker müsse man heutzutage in der Regel lediglich anschließen, um sie verwenden zu können. Auch alle gängigen Grafikkarten würden unterstützt. Bei Nvidea-Modellen müsse man eventuell einen Treiber installieren, die Grafikchips von Intel oder AMD funktionieren sofort. Nur in Ausnahmefällen könne es zu Problemen kommen, sagt Schumacher. Etwa, wenn man eine besonders neue Hardwarekomponente verwendet. In so einem Fall könne es sein, dass die benötigten Treiber noch nicht vorhanden sind, diese würden von der Linux-Community in der Regel aber zeitnah zur Verfügung gestellt.

Sicher vor Hackern und Trojanern

In Bezug auf Datensicherheit und Schutz vor Cyberkriminalität sei man bei Linux nach wie vor weitgehend auf der sicheren Seite, sagt Schumacher. Schadsoftware könne man sich kaum auf den Rechner holen, sofern man diese nicht von besonders fragwürdigen Webseiten beziehe. Der Experte empfiehlt, die benötigte Software generell von Anbietern der Linux-Distributionen zu beziehen. Anders als bei den zahlreichen Downloadportalen, auf denen beispielsweise Windowsprogramme angeboten werden, habe man bei Linux stets die Sicherheit, dass die verfügbaren Softwarepakete von kompetenten Leuten überprüft würden, bevor die Programme über den Software-Installer in das System eingespielt werden.

Linux sammelt keine Daten der Anwender

Auch in Sachen Datenschutz sei Linux vorbildlich, sagt Schumacher. Wer über Linux einen Onlinedienst wie etwa Dropbox oder einen Onlineshop wie Amazon nutzt, müsse sich natürlich mit den Datenschutzbestimmungen der einzelnen Unternehmen auseinandersetzen. Aber anders als beispielsweise Windows speichere das Betriebssystem Linux über seine Nutzer schlicht und ergreifend überhaupt nichts.

Quelle: https://help.orf.at/stories/2977967/

Linux Mint – nicht nur für Nerds und Experten
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